Der Leipziger Maler Neo Rauch kann sich bis zum September mit einer eigenen Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum of Art vorstellen. Der 46-Jährige präsentiert dort 14 neue Werke, die er eigens für die Sonderschau in den USA geschaffen hat. «Malen ist für mich die Fortsetzung eines Traums mit anderen Mitteln», sagte er. Die Ausstellung wird an diesem Dienstag für das Publikum geöffnet und bleibt bis zum 23. September in New York.Rauch ist nach den amerikanischen Malern Tony Oursler und Kara Walker erst der dritte Künstler, der vom Metropolitan Museum zu dieser neuen Reihe für zeitgenössische Kunst eingeladen wurde. Der gebürtige Leipziger gehöre zu den angesehensten Künstlern der Gegenwart. Mit der Ausstellung unter dem Titel «Para» will Rauch eigenen Angaben zufolge Assoziationen an Wörter wie paranormal, parallel und paradox wecken. «Auf meiner Leinwand, in meinem Kopf, ist alles möglich», sagt er. Besonders eindrucksvoll ist das Gemälde eines jungen Mannes, der einen älteren in der Größe eines Babys in den Armen wiegt. Rauch erinnert damit an seinen früh gestorbenen Vater.Für die Ausstellung hatte der Künstler einen ungewöhnlich niedrigen, lichtlosen Raum in dem Museum am Central Park zugewiesen bekommen. Er sei deshalb nicht von einem bestimmten Thema ausgegangen, sondern habe überlegt, wie er den Raum rhythmisch füllen könne, sagte Rauch, der sich selbst als konservativen oder manchmal auch romantischen Maler bezeichnet. «Das ist überhaupt eine Besonderheit meiner Arbeit – die Dinge auf mich zukommen zu lassen.»
